Kleine Instrumentenkunde

 

Kleine Instrumentenkunde

Trompete
Posaune
Waldhorn
Tenorhorn
Tuba
Saxophon
Querflöte
Piccoloflöte
Klarinette
Oboe
Blockflöte

Gitarre
Kleine Trommel
Althorn
Keyboard

 


 


 

Trompete

Technik
Die Trompete ist ein Blechblasinstrument, dessen Klang durch die Schwingungen der Lippen des Spielers am Mundstück erzeugt wird.

Die Trompete hat einen Tonumfang von ca. 2 ½ Oktaven

Geschichte
Trompeten in Silber und Bronze gab es schon in altägyptischer Zeit, sie ähnelten der Form nach einer Fanfare.

In England und Frankreich waren Trompeten ab dem 12. Jahrhundert gebräuchlich. Im 13. Jahrhundert wurde zunächst die langegestreckte „Busine" durch ein kürzeres Modell ersetzt, im 14. Jahrhundert wurde das Rohr in eine S-Form gebracht und im 15. Jahrhundert erhielt das Rohr die Bügelform.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts konnte sich die Trompete in der Kunstmusik durchsetzen, das heißt, sie wurde erstmals zum Aufführen von Kompositionen eingesetzt.

Dies bedeutete, dass die Trompeter Noten lesen können mussten. (Gilt auch heute noch!)

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde eine Klappentrompete konstruiert, um den Tonvorrat zu erweitern. Diese wurde jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts durch die leistungsfähigere Ventiltrompete verdrängt.

Bedeutung
Neben der klassischen Musik hat die Trompete auch eine große Bedeutung im Jazz. Zu den bedeutendsten Trompetern zählen Louis Armstrong, Bix Beiderbecke, Kenny Dorham, Dizzy Gillespie und Miles Davies.

Im Blasorchester wird die Trompete neben Soloaufgaben vor allem in signalartigen Passagen und zur Akzentsetzung verwendet.
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Posaune


Technik

Auch bei der Posaune wird der Klang durch die Schwingungen der Lippen des Spielers am Mundstück erzeugt.

Die Posaune besteht aus zwei Teilen, dem Zug und dem Schallstück. Beide Teile werden ineinandergeschoben. Durch das Herausziehen des Zuges wird die Tonhöhe gesenkt. Der Vorteil des Zuges gegenüber Ventilen besteht einerseits in seiner Tonschönheit und andererseits in der stufenlosen Regulierbarkeit der Töne (Glissando-Effekt)

Die Tenorposaune hat einen Tonumfang von ca. 3 Oktaven. 

Geschichte
Die Posaune wurde im 15. Jahrhundert in Burgund aus der Zugtrompete entwickelt, wobei man deren gerade bzw. s-förmig gewundene Röhre durch einen weiteren Knick in S-Form brachte.

Bedeutung
Seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts zählten Posaunen, zumeist in dreistimmiger Besetzung (Alt- Tenor- und Bassposaune) zur Standardbesetzung in fast allen großen Instrumentalwerken einschließlich der Oper.

Die Sopran-Posaune hingegen fand seltener Verwendung in der klassischen Musik.

Aufgrund ihrer bedeutenden klanglichen Vielfalt fand die Posaune auch schnell Eingang in die Jazzmusik. Zu den bedeutendsten Jazz-Posaunisten gehörten Kid Ory, Tommy Dorsey, Jack Teagarden, Jay Jay Johnson, Albert Mangeldsdorf und Glenn Miller.

Im Blasorchester wird die Posaune vielfältig eingesetzt von der Melodieführung bis zu Rhythmusaufgaben.
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Althorn

Technik: Das Althorn ist ein Blechblasinstrument. Es gehört zur Familie der Saxhörner. Es notiert im Violinschlüssel und hat einen Tonumfang von etwas mehr als 2 1/2 Oktaven.

Für das Althorn gibt es keine Standard-Form, in den deutschsprachigen Ländern dominiert die ovale, in den englisch- und romansprachigen Ländern die gerade Form.

Geschichte: Die Saxhörner gehen zurück auf die Signalhörner (Flügelhörner) und Kornette, die nach Erfindung der Ventile im 19. Jahrhundert zunächst in verschiedenen Typen von französischen Instrumentenbauern hergestellt wurden, bevor Adolphe Sax Mitte des 19. Jahrhunderts mit seinen Neubildungen begann, die er sich dann später patentieren ließ. Dabei entwickelte er einen ganzen Satz Saxhörner vom Sopranino in Es bis zum Subkontrabas, bei dem insbesondere die tiefen Instrumente wegen ihrer sonoren Fülle als besonders gelungen hervorgehoben werden.

Bedeutung: Althörner finden heute fast ausschließlich in Blas- und Militärorchestern Verwendung.

Waldhorn

Technik
Das Waldhorn ist ein kreisförmig gewundenes Blechblasinstrument mit ausladendem Schalltrichter.

Es wird mit einem Kesselmundstück gespielt.

Das Waldhorn in F hat einen lückenlos chromatischen Tonumfang von ca. 3,5 Oktaven, es können alle Töne in der gleichen Klangfarbe und Lautstärke hervorgebracht werden.

Geschichte
Die ältesten Vorläufer des Hornes wurden meist aus Naturmaterialien (Tierhörner, Schnecken, Muschelgehäuse u.a.) gefertigt und kamen in vielen Kulturen vor. Überlieferungen findet man bereits aus der Zeit 2.000-1.500 vor Chr.

Die Geschichte des eigentlichen Waldhorns beginnt allerdings erst im 17. Jahrhundert.

In Frankreich entstand damals zunächst das „Cor de Chasse" (Parforcehorn) und Verbreitete sich von dort aus in andere Länder. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde es in Wien zum eigentlichen Waldhorn weiterentwickelt. Nach einigen weiteren Änderungen wurde zu Beginn des 19. Jahrhundert das Ventilhorn erfunden und zu Beginn des 20. Jahrhundert wurden dann die ersten Doppelhörner gebaut, bei denen man mit einem Umschaltventil zwischen der B-oder F-Stimmung wählen kann.

Bedeutung
Durch die Vielfalt der Einsetzbarkeit hat es den Orchesterklang wesentlich bereichert und findet in der klassischen Musik sowohl im Orchester als auch als Soloinstrument in verschiedenen Ensemblebesetzungen Verwendung.

Auch im Jazz wird das Waldhorn als besondere Klangfarbe eingesetzt.

Im Blasorchester hat das Waldhorn hauptsächlich Aufgaben in der Harmonik, Rhythmik und wird für Nebenmelodien eingesetzt.
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Tenorhorn 

Technik
Das Tenorhorn ist ein weit mensuriertes Blechblasinstrument mit drei oder vier Ventilen und gehört zur Familie der Bügelhörner. Es wird mit einem Kesselmundstück gespielt.

Der Tonumfang des Tenorhorns reicht über knapp 2 ½ Oktaven.

Geschichte
Durch das Tenorhorn wurde eine Lücke in der Instrumentierung zwischen den tiefen Blechblasinstrumenten (Tuba) und den Trompeten der Alt -Lage geschlossen, die sich durch das Verschwinden z. B. der Ophikleide in Folge der Erfindung und Verwendung der Ventile aufgetan hatte. Erstmals eingesetzt wurde es 1847 in der Militärmusik.

Bedeutung
Es findet hauptsächlich Verwendung in der Volksmusik und Militärmusik, aber zum Teil auch in der klassischen Musik, wobei die Besetzung im sinfonischen Orchester eher die Ausnahme ist. Häufig wird es dort aber statt der Horntuba oder statt des Flügelhorns eingesetzt.

Im Blasorchester hat das Tenorhorn vielfältige Aufgaben von der Melodieführung über eigenständige Nebenpassagen und harmonische Aufgaben. In kleineren Blasorchestern ersetzt es auch häufig die Tuba.
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Tuba 

Technik
Die Tuba ist das größte der Blechblasinstrumente. Der Ton wird mit Hilfe eines großen Kesselmundstückes erzeugt. Tuben haben mindestens vier Ventile. Man unterscheidet die Basstuba (Grundton F oder Es) und die Kontrabasstuba (Grundton C oder B). Angelsächsische Tuben haben oft eine Umstellmöglichkeit F/Es.

Die Tuba besitzt einen nutzbaren Tonumfang von mehr als 3 Oktaven

Geschichte
Bereits die Römer kannten ein Instrument mit der Bezeichnung Tuba, es handelte sich um ein Instrument mit langgestreckter, überwiegend zylindrischer Röhre ähnlich der Fanfare, das vorwiegend als Signalinstrument diente, aber auch bei religiösen und weltlichen Zeremonien geblasen wurde.

Die moderne Tuba wurde um 1830 in Berlin entwickelt. Sie ist das Bass/Kontrabassinstrument in der Familie der Flügelhörner mit Ventilen.

In Amerika wird außerhalb des Sinfonieorchesters zumeist das 1898 erfundene Sousaphon (benannt nach dem Komponisten und Militärkapellmeister John Philip Sousa) verwendet. Es hat einen nach vorne abgeknickten, drehbaren Schalltrichter und wird über die Schulter gelegt.

Bedeutung
Im Jazz wurde die Tuba zunächst durch den Kontrabass verdrängt, bevor sie nach dem zweiten Weltkrieg im Amateur-Dixieland ein Comeback feierte.

Die Tuba ist keinesfalls - wie oft irrtümlich behauptet wird - ein reines Begleitinstrument, sondern eignet sich auch hervorragend als Melodie- und Soloinstrument.

Im Blasorchester hat sie die Bassfunktion und spielt Bass-Solopassagen.
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Saxophon 

Technik
Das Saxophon gehört zu der Familie der Holzblasinstrumente, denn der Ton wird, wie auch bei der Klarinette, durch die Vibration eines Rohrblattes erzeugt, welches auf das Mundstück aufgespannt wird

Die Saxophonfamilie umfasst acht Größen, die jedoch nicht alle im Gebrauch sind. Die am häufigsten verwendeten Größen sind das Alt- und das Tenorsaxophon. Beide haben einen Tonumfang von ca. 2 1/2 Oktaven.

Geschichte
Das Saxophon wurde von dem Belgier Adolphe Sax im Jahre 1840 erfunden.

Die Erfindung geht wahrscheinlich auf Experimente zurück, die Ophikleide mit einem Rohrblattmundstück zu versehen. In seinem Patentantrag begründet Sax seine Erfindung mit dem Fehlen gut klingender Blechblasinstrumente der tiefen Lage.

Daher entstanden die tiefen Glieder der Saxophonfamilie zuerst, das Bass- und das Baritonsaxophon, die höheren Instrumente folgten im Abstand weniger Jahre.

Das Saxophon wurde zuerst für die Militärmusik konzipiert, Adolph Sax selbst setzte sich jedoch auch für den Gebrauch im Orchester ein. Viele Komponisten ignorierten das Instrument zunächst, durch Unterstützung von Hector Berlioz und Georges Kastner entstanden jedoch eine nennenswerte Anzahl von Orchesterwerken, in denen eines oder mehrere Saxophone besetzt waren.

Bedeutung
Aus der amerikanischen Militärmusik wanderte das Instrument schließlich in den Jazz ein, damit begann der eigentliche Siegeszug des Saxophons.

Berühmte Jazz-Saxophonisten sind Sidney Bechet (Sopran), Charlie Parker (Alt), Lester Young, John Coltrane, Coleman Hawkins (Tenor) und Gerry Mulligan (Bariton).

In der klassischen Musik wird das Saxophon vor allem als Soloinstrument, in Saxophonformationen (z.B. Quartett) und in Kammermusikbesetzungen verwendet.

Die Aufgaben des Saxophon-Satzes im Orchester sind sehr abwechslungsreich: Neben der Melodie-Stimme spielen die Saxophone auch Untermalungen und Koloraturen zusammen mit den übrigen Holzblasinstrumenten. Manchmal haben sie auch harmonische und rhythmische Parts zusammen mit den Trompeten und den Posaunen. Für kein anderes Instrument werden heute mehr Solo-Stücke geschrieben, als für das Saxophon, denn es hat die Beweglichkeit eines Holzblasinstrumentes und steht in der Lautstärte den Blechblasinstrumenten kaum nach. 
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Querflöte 


Technik

Die Tonerzeugung erfolgt, indem ein Luftstrom am Anblasloch über eine scharfe Kante gelegt wird und dabei zerschnitten wird. Dabei bilden sich Töne. 

Obwohl sie heute in der Regel aus Metall hergestellt wird, zählt die Querflöte zu den Holzblasinstrumenten, denn bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde sie aus Holz hergestellt. Sowohl die große Querflöte als auch die Piccoloflöte haben einen notierten Tonumfang von 3 Oktaven.

Geschichte
Im 16. Jahrhundert wurden zunächst einteilige Traversflöten mit zylindrischer Bohrung gebaut, Ende des 17. Jahrhunderts gab es die erste einklappige (immer noch einteilige) Traversflöte, im 18. Jahrhundert wurden mehrteilige Querflöten gebaut und man versuchte, schlecht stimmende Töne teilweise durch Klappenmechaniken zu ersetzen.

Eine grundliegende Neukonstruktion entstand Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Klappenmechanik von Theobald Boehm. Die Boehmflöte hat sich heute weitestgehend im Orchester durchgesetzt.

Bedeutung
Die Querflöte findet sowohl Einsatz im Sinfonieorchester als auch im Blasorchester, im Jazz und in der Bigband. Die Piccoloflöte wird hingegen üblicherweise in der Marschmusik verwendet.

Im Blasorchester wird die Querflöte sowohl für umspielende Einwürfe, für die Melodie als auch für Soli verwendet.

Einer der berühmtesten klassischen Querflötenspieler war Friedrich der Große.

Auch in der Rock und Popmusik hat die Querflöte ihre Bedeutung, insbesondere durch Ian Anderson und seine Band „Jethro Tull".
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Piccoloflöte

Technik

Die Piccoloflöte ist eine kleinere Bauform der Querflöte. Sie ist eine Oktave höher gestimmt und ist damit das Holzblasinstrument, welches am höchsten klingt.

Die Piccoloflöte ist ca. 32 cm lang, etwa halb so groß wie die Querflöte und hat einen Durchmesser von 1 cm. Sie kann aus Holz oder Metall sein, manchmal finden sich auch Piccolos aus Kunststoff. Die Klappen sind meist aus Neusilber gefertigt und werden versilbert oder auch vernickelt. Aufgrund der kleineren Klappen ist sie zum Greifen für

Kinderhände besonders gut geeignet.

Der Tonumfang beträgt wie bei der Querflöte 3 Oktaven.

Geschichte

Eine frühe Form der Piccoloflöte findet sich seit dem Mittelalter in der Militärmusik, als eine Schwegelpfeife mit sechs Löchern, die gemeinsam mit der kleinen Trommel den typischen Klang der Infanterie ausmachte. In dieser Kombination hielt sich das Instrument bis ins 18. Jahrhundert.

Parallel dazu wurde versucht, die neu entwickelte Traversflöte in anderen, also auch höheren, Stimmlagen zu bauen, weil sowohl für das große symphonische Orchester als auch für das Blasorchester Bedarf für ein Oberoktavinstrument bestand. So unterlag die Piccoloflöte im Laufe der Zeit den gleichen baulichen Entwicklungen wie die Querflöte und wurde ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch immer häufiger mit dem Böhm-System versehen.

Bedeutung

Schon in der Barockmusik gibt es Partiturzeilen mit Bezeichnungen wie flauto piccolo oder flautino, es ist aber unklar, ob diese Stimmen tatsächlich für eine kleine Querflöte oder nicht doch für eine hohe Blockflöte komponiert wurden.

Spätere Komponisten setzten das Piccolo einerseits ein, eine exotisches Klangfarbe zu erzeugen (wie in Mozarts Entführung oder im Duett mit dem Kontrafagott in Beethovens 9. Sinfonie) oder für schrille, naturähnliche Effekte wie das Pfeifen eines Sturms oder die Elektrizität eines Blitzes (wie z.B. Beethoven im "Gewitter" seiner 6. Sinfonie). In großen romantischen Opern finden sich schneidende Piccolo-Passagen vor allem bei großen Chor- und Schreckensszenen.

Spätestens seit Richard Strauss und Gustav Mahler ist das Instrument ein vollwertiges Mitglied des Holzbläsersatzes und wird zeitweise auch als Soloinstrument eingesetzt.
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Klarinette

Technik
Die Klarinette gehört zu den Holzblasinstrumenten, der Ton wird durch die Schwingung eines Rohrblattes erzeugt, welches auf das Mundstück aufgespannt wird.

Die Klarinette besteht aus 5 Teilen, an den beiden mittleren Teilen befindet sich die Klappenmechanik. Die Klarinette hat einen Tonumfang von ca. 3,5 Oktaven.

Geschichte
Sie wurde um 1700 von Johann Christoph Denner entwickelt, wahrscheinlich aus dem Chalumeau (Instrument mit flötenartigem Korpus und einfachem Rohrblatt).

Bei den ersten Klarinetten waren jedoch im tiefen Register nur wenige Töne brauchbar, das Chalumeau dagegen hatte einen zu geringen Tonumfang.

Der eigentliche Erfolg der Klarinette begann daher erst, als es gelang, Klarinetten mit besserem Klang im Grundtonregister und vergrößerter Klappenzahl herzustellen, die die Qualitäten der barocken Klarinette und des Chalumeaus vereinigten.

Die Klappenmechanik wurde im 19. Jahrhundert schnell weiterentwickelt. Zunächst entwickelte Ivan Müller die 13klappige Klarinette.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von Klosé und Buffet die Klappenmechanik der Boehmflöte auf die Klarinette übertragen. Die Boehmklarinette hat sich international durchgesetzt, in Deutschland ist dagegen das Oehlersystem sehr verbreitet, eine in mehreren Stadien erfolgte Verbesserung der Müller-Klarinette.

Bedeutung
Die Klarinette wurde insbesondere durch die Bemühungen von Mozart fest in das klassische Orchester integriert. Der erste berühmte Klarinettist der Klassik war Anton Stadler, dem Mozart fast sämtliche seiner Werke für Klarinette, Bassethorn oder Bassklarinette auf den Leib schrieb. In der Klassik hat sie neben dem Orchester auch eine Bedeutung als Soloinstrument und in der Kammermusik.

Im Jazz spielte sie Anfang des letzten Jahrhunderts zunächst eine große Rolle, wurde aber später weitgehend vom Saxophon verdrängt.

Daneben hat sie eine große Bedeutung in der Klezmer-Musik (Giora Feidman)und in der osteuropäischen Volksmusik.

Im Blasorchester wird sie oft melodieführend eingesetzt und kann für schnelle Läufe und Triller verwendet werden.
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Oboe

Technik
Bei der Oboe wird der Ton mit einem Doppelrohrblatt erzeugt. Dabei wird der Luftstrom zwischen zwei Rohrblätter geblasen. Die Rohrblätter beginnen, gegeneinander zu schwingen (Gegenschlagzunge) und geben diese Schwingung an den Luftstrom im Instrumentenrohr weiter. Die Rohrblätter bindet man an ein Röhrchen, das mittels Kork an das Instrumentenrohr gesteckt wird.

Neben der französischen Bauweise mit zylindrischer Bohrung gibt es die Oboe deutscher Bauart mit konischer Bohrung. Die französische Oboe ist weiter verbreitet. Darüber hinaus gibt es noch die Oboe D'Amore (Alt) und das Englisch Horn (Tenor).

Die Oboe hat einen Tonumfang von knapp 3 Oktaven.

Geschichte
Die Vorfahren der Oboe waren der Aulos der griechischen Antike und die Schalmei. Seit dem 17. Jahrhundert wurde die Oboe im Orchester verwendet, zuerst in England und ab Beginn des 18. Jahrhunderts in ganz Europa.

Bedeutung
Seit der Barockzeit hat die Oboe einen festen Platz im Orchester und ist auch ein beliebtes Soloinstrument, viele Komponisten schätzten sie in der Ausdruckskraft als der menschlichen Stimme am ähnlichsten. Johann Sebastian Bach setzte sie in seinen Kantaten und Passionen regelmäßig zur Darstellung unterschiedlicher Affekte ein. Ein bedeutender Komponist für Oboe im 18. Jahrhundert war Georg Philipp Telemann. Auch in der Kammermusik spielt die Oboe eine wichtige Rolle.

Es gibt sogar einige Jazzmusiker, die eine Oboe einsetzen. Auch in der Rock- und Popmusik wird sie gelegentlich verwendet, so z.B. bei Genesis (Nursery Crime Foxtrott, Lamb lies down on broadway) oder auch bei Art Garfunkel (Bright Eyes).

Blockflöte


Technik

Die Tonerzeugung bei der Blockflöte erfordert keine besonderen Techniken und sie ist daher als Einsteigerinstrument gut geeignet

Bei der Blockflöte wird der Ton durch den Luftstrom erzeugt, der an der Anblaskante in Schwingung gerät, so dass die Luft abwechselnd ins innere der Flöte und nach außen strömt.

Die Sopran-Blockflöte hat einen Tonumfang von 2 Oktaven.

Geschichte
Bereits im 14. Jahrhundert zählten die Blockflöten zu den wichtigsten Holzblasinstrumenten. Sie wurde zunächst in drei Baugrößen hergestellt:

Diskant-Blockflöte, Tenor-Altflöte und Bassblockflöte. Im 15. und 16.Jahrhundert wurden mit zwei Alt- und zwei Tenor-Blockflöten zahlreiche Quartette aufgeführt.

In der Barockzeit wurde die Flöte auch im Orchester eingesetzt.

Im 17. Jahrhundert gab es einige Experimente, die Blockflöte auch in extremeren Stimmlagen zu bauen. Die meisten Experimente haben sich aber aufgrund klanglicher Mängel nicht durchgesetzt.

Ab etwa 1730 verschwand die Blockflöte aus dem Orchesterinstrumentarium, da ihr dynamische Grenzen gesetzt waren, die mit dem größer und lauter werdenden Orchester nicht Schritt halten konnten.

Bedeutung
Im 20. Jahrhundert hat sich die Blockflöte sowohl als Schulinstrument als auch als Liebhaberinstrument für alte Musik bei Amateuren sehr verbreitet.

Teilweise kommt sie heute auch wieder im professionellen Musikbetrieb bei der Aufführung einiger klassischen Konzerte zum Einsatz. Die Literatur reicht von Opern bis hin zu solistischer Quartettkammermusik.
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Gitarre

Technik 
Eine Gitarre besteht im Wesentlichen aus einem Korpus, der als Resonanzkörper dient, einem damit verbundenen Hals, über den die Saiten laufen und der üblicherweise in einem Kopf endet.

Die 6 Saiten werden auf E- A-D-g–h-e gestimmt.

 

Geschichte

Gitarrenartige Instrumente waren bereits vor ca. 5000 Jahren im Gebrauch. Vermutlich geht der Ursprung der Gitarren auf die Weiterentwicklung von einsaitigen Instrumenten (Monochords) zurück.

Im Mittelalter wurden mit Instrumentennamen, die Vorläufer des späteren Wortes Gitarre waren, meist lautenähnliche Instrumente bezeichnet.

Ein Vorläufer der heutigen Gitarre ist die spanische 6-chörige Vihuela, bespannt mit 6 Doppelsaiten. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Vihuela durch die immer populärer werdende 5-chörige guitarra espanola und deren einfache Akkordspielweise verdrängt. Mitte des 18. Jahrhunderts begann die Entwicklung der 5-chörigen Gitarre zum heutigen 6-saitigen Instrument.

 

Heute gibt es eine Vielzahl sowohl von regionalen als auch von sonstigen Sonderformen der klassischen Gitarre. Beispiele für regionale Sonderformen sind die Flamenco-Gitarre, die Ukulele und das Banjo.

 

Auch die in der Fischelner Bläserschule verwendete Kindergitarre ist eine spezielle Bauform der Gitarre, bei der die Originalgröße maßstabsgetreu verkleinert wurde und der Hals etwas schmaler gestaltet ist, damit Kinderhände den Hals umfassen und die Saiten ohne Probleme greifen können.

 

Bedeutung

Seit dem 20. Jahrhundert hat sich die (klassische) Gitarre als Konzertinstrument etabliert, für welches eine professionelle Ausbildung möglich ist. Sie spielt aber auch eine bedeutende Rolle in der Pop- und Folkmusik und im afroamerikanischen Blues.

Als wichtiger Vertreter der Folk-Musik ist Bob Dylan zu nennen, der in den 60er Jahren eine große Popularität erreichte. Wegweisend für die Entwicklung der E-Gitarre war ebenfalls in den 60er Jahren Jimi Hendrix, dessen Soundkonzeption bis heute als stilbildend und revolutionär gilt.

Einer der bedeutendsten Gitarristen heute ist Eric Clapton, der die Entwicklung des Blues Rocks seit den 60er Jahren wesentlich mitgeprägt hat.

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Kleine Trommel

Technik

Die kleine Trommel (englisch: snare drum) ist eine beidseitig mit Fell bespannte Trommel mit Schnarrsaiten am Resonanzfell. Die 4 - 18 Schnarrsaiten lassen sich bei Bedarf mit Hilfe eines Hebels abstellen. Klanglich erweist sich die kleine Trommel als hell und durchdringend.

Geschichte

Vom 15. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert verstand sich die Trommel vorrangig als militärisches Instrument der Infanterie-Truppen. Sie lässt sich auf das mittelalterliche Tambour zurückführen, das meistens in Begleitung einer Flöte gespielt wurde. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die kleine Trommel jedoch auch zunehmend in der Orchestermusik verwendet. Die moderne Orchestertrommel ist auf einen Ständer montiert, der in Höhe und Winkel regulierbar ist. Sie wird mit zwei Holzstöcken gespielt.

Durch die ebenfalls aus der Militärmusik stammenden Marching-Bands, aus denen auch die ersten Jazzbands hervorgingen, wurde die kleine Trommel in die ersten kombinierten Schlagzeuge integriert.

Heute wird die Snare drum auch als Solo-Instrument verwendet.

Bedeutung

Die Snare Drum stellt zusammen mit der Bassdrum das wichtigste Schlaginstrument des modernen Drummers dar.

Einfache Rhythmen sind auf der Kleinen Trommel ebenso leicht erlernbar wie auf Orff-Instrumenten, weshalb sich das Instrument prinzipiell auch für kleinere Kinder gut eignet.

Auch ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene können - ein halbwegs gutes Rhythmusgefühl vorausgesetzt - ohne langwierigen Unterricht mit ein bisschen Übung schnell Erfolge an der Kleinen Trommel erzielen und Musikstücke begleiten. Für das (semi-) professionelle Spielen in Gruppen oder Orchestern ist natürlich wie für jedes andere Instrument auch eine entsprechende Ausbildung erforderlich.

Beispiele für den Einsatz der kleinen Trommel in der klassischen Musik sind der Boléro von Ravel und die Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug von Bela Bartók.

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Keyboard

Technik

Eines der Hauptmerkmale des Keyboards ist seine einfache Transportierbarkeit und Kompaktheit. Die meisten Keyboards sehen auf den ersten Blick einer Klaviertastatur ähnlich, allerdings unterscheiden sich auch sehr hochwertige Keyboards bezüglich Anschlag und Spielgefühl erheblich von Klavieren oder Flügeln: Da die Tasten im Normalfall keine Mechanik betätigen, sondern zur Klangerzeugung nur einen elektrischen Kontakt herstellen müssen, ist beim Tastenanschlag auf dem Keyboard weniger Kraftaufwand erforderlich. Höherwertige E-Pianos haben – dem Klavier nachempfunden – immerhin einen dynamischen Tastenanschlag. Die Anzahl der Tasten variiert beim Keyboard. von Modell zu Modell. Möglich sind bis zu 88 Tasten, also der Tonumfang eines herkömmlichen Klaviers. Im Bereich der portablen Keyboards werden aber meistens 76-, 61- oder 49-Tasten-Klaviaturen verwendet. Die Tastenbreite entspricht normalerweise der genormten Klavier-Tastatur (16,5 cm pro Oktave), bei einfachen Anfänger-Keyboards gibt es auch schmalere Tasten (14 cm pro Oktave).

Im Unterschied zum Klavier findet man auf einem Keyboard verschiedene Bedienelemente, wie Taster, Drehknöpfe oder Schieberegler, um die Funktionen des Keyboards steuern zu können. Die meisten Keyboards besitzen zudem ein Display, auf dem die derzeitigen Einstellungen dargestellt werden. Viele Keyboards, vor allem im Homekeyboard-Bereich, besitzen zudem eingebaute Lautsprecher, sodass keine Verstärkung durch zusätzliche Systeme benötigt wird.  Auf der Rückseite der Keyboards befinden sich meistens Steckbuchsen für einen Stromanschluss, ein oder mehrere Audioanschlüsse, MIDI-Anschlüsse und Anschlüsse für Pedale. Einige Keyboards besitzen ein Disketten-, CD-, oder Speicherkartenlaufwerk. Keyboards haben üblicherweise im Vergleich zum Klavier folgende Zusatzfunktionen:

  •  synthetische Erzeugung von realen Instrumentenklängen und ausgewählter elektronischer Synthesizer-Klänge
  •  Begleitung durch eine Auswahl an Schlagzeug- und Instrumentenklängen einer Combo
  •  interne Speicherung (Aufnahme) und Wiedergabe gespielter Musikdaten („Tonbandfunktion“ für Musikdarbietung)
  • Erstellung von Arpeggien aus angespielten Akkorden
  • Funktion zum Erlernen von Liedern mit Hilfe vorprogrammierter Leuchttasten
  • Abspielen und Weitergabe von Dateien im MIDI-Format

 

Geschichte

Wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Entwicklung der heute gebräuchlichen Keyboards waren die Hammondorgel (1934 erfunden von Laurens Hammond) und der Mini-Moog (1970 erfunden von Robert Moog). In den 1980er Jahren etablierte sich durch die neuen Möglichkeiten der digitalen Klangerzeugung das heute gebräuchliche Keyboard. Das E-Piano wurden mit dem Aufkommen der Samplingtechnik in den 1990er Jahren populär. Ebenfalls in den 1990er Jahren wurden die ersten Keyboards für Laien im niedrigen Preissegment auf den Markt gebracht. Heute gibt es je nach Anspruch eine breite Palette von Modellen verschiedener Hersteller.

Bedeutung

Keyboards werden heute zumeist eingesetzt, um traditionelle oder historische elektronische Instrumente zu simulieren bzw. die Klänge mehrerer dieser Instrumente in sich zu vereinigen. Man kann es zum Beispiel in einer Band verwenden. Keyboards werden aber auch von Alleinunterhaltern genutzt. Auch in Tonstudios unterstützen sogenannte Masterkeyboards häufig bei der Erstellung von Arrangements oder Kompositionen.

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